Einführung: Die Shell richtig nutzen
CHIP Linux 02/2006
Originaltitel und Autor:
Linux-Shell richtig nutzen – Befehle via Tastatur. Von Peter Klau
Teil 1 (Die Heft-Artikel sind in ihrer Form dem Blog angepasst und ggf. gekürzt)
Trotz KDE und GNOME arbeiten nicht wenige Linux-Benutzer gern mit der Shell. Das ist auch kein Wunder, denn über die Kommandozeile lässt sich Linux bestens verwalten. CHIP hat in diesem Beitrag die wichtigsten Befehle der Shell zusammengestellt.
Trotz grafischer Oberflächen bleibt die Tastatur ein wichtiges Werkzeug. Denn eine kurze Befehlseingabe auf der Shell ersetzt oft umständliches Klicken durch die Menüs. Neben komfortablen Befehlen enthalten Linux-Shells auch eine Programmiersprache.
Irgendwann kommt jeder Linux-Benutzer mit der Shell in Berührung, sei es auf der Konsole, sei es im xterm oder einem anderen Terminalprogramm unter X11. Und jeder Linux-Fan schätzt die kleinen Erleichterungen der Arbeit mit der Shell, etwa die Kommando-History. Diese Kommando-History bietet mehr als das Blättern durch die zuletzt eingegebenen Befehle mit Hilfe der Cursortasten: Mit dem Shortcut [Strg]+[R] können Sie nach Einträgen in der History suchen. Die Eingabe [Strg]+[R] „less“ beispielsweise zeigt das letzte eingegebene less-Kommando an, und erneutes Drücken von [Strg]+[R] blättert rückwärts durch alle in der History gespeicherten Kommandos, die den String „less“ enthalten. Wenn Sie mehr über die fast unüberschaubaren Möglichkeiten der Navigation in „less“ wissen möchten, werfen Sie einen Blick in die zugehörige ausführliche Manual-Seite „man less“.
So funktioniert die bash-Shell
Standard-Shell unter Linux ist die bash, eine Erweiterung der klassischen Bourne-Shell. Die bash unterscheidet zwischen internen und externen Kommandos. Interne Kommandos verarbeitet die bash direkt – ohne Unterstützung eines externen Programms. Externe Kommandos sind Programme, die die bash im Suchpfad erwartet. Ein solcher externer Befehl ist etwa „ls“, der normalerweise im Verzeichnis /bin zu finden ist. Dagegen ist „cd“ ein interner Befehl.
Alle Programme kommunizieren über drei Kanäle mit der Außenwelt: Daten werden etwa von der Standardeingabe (STDIN) oder aus einer Datei gelesen, die Ausgaben werden zur Standardausgabe (STDOUT) geschickt, Fehlermeldungen werden nach STDERR geschrieben. In der bash, der Standard-Shell der SUSE-Linux-Distribution, können Sie mit den Cursortasten in der Befehlshistorie nach Wiederverwendbarem stöbern. Dazu stehen die letzten 100 Befehlszeilen zur Auswahl. Auch die gezielte Suche nach einer bestimmten Befehlszeile ist möglich, wenn Sie sich an ein eindeutiges Wort aus dieser Zeile erinnern: Mit der Tastenkombination [Strg]+[R] erscheint bei der bash die Aufforderung, den Such- begriff einzugeben. Mit jedem eingegebenen Zeichen wird weiter rückwärts im Befehlszeilenspeicher nach einem passenden Begriff gesucht und die erste passende Zeile sofort angezeigt. Ist die gewünschte Zeile auf diesem Weg gefunden, können Sie mit den übrigen Editor-Funktionen die Zeile bearbeiten und den Befehl erneut ausführen lassen.
Zur Bearbeitung der Befehle aus dem Befehlszeilenspeicher gibt es Editoren, mit denen sich eine Befehlszeile auf vielfältige Weise bearbeiten lässt. Mit den Cursortasten können Sie die Schreibmarke an eine beliebige Position bringen, mit den Tasten [Backspace] und [Del] löschen Sie Zeichen. Die weiteren Befehle orientieren sich an den Befehlssätzen der Standard-Editoren vi und emacs.
Eine der mächtigsten Funktionen der Shell ist die automatische Ergänzung einzelner Wörter. Bei der bash starten Sie diese Funktion mit der Tabulatortaste aus. Die Shell versucht dann, den eingegebenen Befehlsteil zu ergänzen, indem sie ihn mit allen möglichen Kommandos sowie die folgenden Wörter mit Datei- und Verzeichnisnamen vergleicht und die längste eindeutige Lösung dann in die Kommandozeile schreibt. Bei geschickter Benennung Ihrer Dateien reicht es häufig, wenn Sie zwei oder drei Buchstaben eines Dateinamens eingeben – den Rest ergänzt die Shell automatisch.










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